Nach Baustopp durch archäologische Ausgrabungen: Mehrfamilienhaus in Gohfeld soll Ende 2021 fertig sein

Siedlungsplatz seit 1800 Jahren

Von Lydia Böhne
Löhne-Gohfeld (WB). Nervenaufreibende Monate liegen hinter Dr. Olaf Schweneker: Weil sich das geplante Neubaugebiet des Bauherrn im möglichen Einzugsbereich einer Siedlung aus der Eisenzeit befindet, ist die etwa 5000 Quadratmeter große Fläche an der Straße Zum Flachsland zeitweise zur Ausgrabungsstätte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) geworden (diese Zeitung berichtete ausführlich). Mit zweimonatiger Verzögerung kann nun mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses begonnen werden.

Als „sündhaft teure Aktion“ werden die Ausgrabungen Olaf Schweneker dennoch im Gedächtnis bleiben. Mehr als 70.000 Euro habe die archäologische Untersuchung, die der LWL den Vorschriften gemäß bei einem Baugebiet dieser Größe angeordnet hatte, gekostet, berichtet der Geschäftsführer der Schweneker Immobilien GmbH aus Gohfeld. Monatelang haben Experten unter der Fachaufsicht des LWL den Boden untersucht und bedeutende Funde zu Tage gefördert. Keramikfunde aus dem hohen Mittelalter sowie zwei fast vollständig erhaltene Gefäße aus der älteren Römischen Kaiserzeit belegen, dass das Neubaugebiet schon vor etwa 1800 Jahren ein begehrter Siedlungsplatz gewesen ist.

„Leben auf einem archäologisch bedeutenden Gelände, das scheinbar schon immer beliebter Wohnsitz war“, scherzt Olaf Schweneker. Dafür, dass die Fläche parallel zur Weihestraße erneut zum Siedlungsgebiet wird, sprechen nach Einschätzung des Bauherrn mehrere Faktoren: „In den Ort sind es nur wenige Schritte. Alle Einrichtungen des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Ärzte, Apotheke, Schule oder Kindergarten sind schnell erreichbar.“ Für eine idyllische Wohnlage würde in den Augen des Immobilienhändlers auch das angrenzende Waldstück des Sudbachtals sprechen.

Auf dem etwa 5000 Quadratmeter großen Areal entstehen zehn Wohneinheiten, die sich auf vier Einfamilienhäuser sowie ein Mehrfamilienhaus mit sechs Eigentumswohnungen verteilen. Der Bauherr schätzt, dass im Mai oder Juni mit dem Bau der Einfamilienhäuser begonnen werden kann, sodass die Eigentümer wohl noch in diesem Jahr das erste Weihnachtsfest in ihrem neuen Heim werden feiern können. Auch beim Bau des Mehrfamilienhauses Zum Flachsland 10 hat sich Olaf Schweneker ein festes Ziel gesteckt: „Ende des Jahres wollen wir fertig sein.“

Vor 14 Tagen haben die Arbeiten begonnen. „Gerade wird der Fahrstuhl betoniert. Es folgen die Schächte und die Kellersohle, bevor es mit dem Hochbau weiteAugeht“, zählt Schweneker die folgenden Schritte auf. Alle Ebenen des Neubaus mit KfW-55-Bauweise sind über den Fahrstuhl erreichbar. Auch innerhalb der Wohnungen ist Barrierefreiheit durch bodengleiche Duschen sowie einen schwellenfreien Zugang zu den überdachten Terrassen und Balkonen, die nach Süden beziehungsweise Westen ausgerichtet sind, gegeben. Ein Carport- oder Außenstellplatz ist möglich.

Insgesamt entstehen auf zwei Etagen sechs moderne und altersgerechte Zwei- bis Drei-Zimmer-Eigentumswohnungen in der Größe zwischen 76 bis 100 Quadratmetern. Eine Drei-Zimmer-Wohnung im Erd- und im Obergeschoss stehen noch zur Verfügung. „Bei der Planung sind wir eher in die Fläche gegangen. Durch die geringe Höhe gleicht der Neubau eher einem Einfamilienhaus“, hebt Olaf Schweneker hervor.


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